19.11.2016 – 12.02.2017

Eröffnung Freitag 18.11.

Kopf und Kragen

Das Portrait ist eines der ältesten und nach wie vor faszinierendsten Themen der Kunst. Eines, das bleibt und auch für viele zeitgenössische Künstler relevant ist. Das Interesse am Bild des anderen – oder am eigenen – ist ein grundlegend menschliches und bei Künstlern und Betrachtern ungebrochen. Die Ausstellung bietet einen Streifzug durch die verschiedenartigen Portraitdarstellungen, die einem in der aktuellen Kunst begegnen: Was kann Portraitkunst heute? Welche Menschenbilder transportiert sie, was sagt sie über unsere Zeit, ihre Moden und ihre Kunst aus? In der besonderen Spielart des Selbstportraits reflektieren Künstler seit jeher ihre eigene Rolle in der Gesellschaft. Dabei kommen unterschiedlichste Positionen und Formen zu Wort, von der Plastik über die Malerei, die Fotografie, die Skulptur und das Video bis zur Graphik. Einige Künstler wird man wiedersehen, die bereits mit Einzelpräsentationen in Backnang vertreten waren. Das benachbarte Helferhaus eröffnet ergänzende Einblicke in die ältere Portraitgraphik bis zurück in die Renaissance. In diesen Zeiten war die Vergabe eines Porträtauftrags an einen Künstler ein wichtiges Statussymbol, das den eigenen gesellschaftlichen Rang dokumentierte. Die städtische Kunstsammlung besitzt, insbesondere in der Ernst-Riecker-Sammlung, beeindruckende Schätze von so namhaften Künstlern wie Albrecht Dürer, Lucas van Leyden, Georg Pencz, Heinrich Aldegrever, Agostino Carracci, Hendrik Goltzius, Anthonis van Dyck, Wenzel Hollar und Robert Nanteuil, deren mit größter Detailfreude virtuos ausformulierten Kupferstiche und Radierungen die Betrachter bis heute in ihren Bann ziehen.